Artikel von Ulrich Spitzer aus: "Wirtschaft zwischen Nord- und Ostsee", 3/2001, Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammern zu Kiel und zu Flensburg

 

»(sp) Nicht alle Unternehmer sind sich bewusst, dass Kunden einen ersten Eindruck erhalten, noch bevor sie das Geschäft betreten haben. Es ist die so genannte "Seven Seconds Impression", mit der Garten- und Landschaftsbauer den Eindruck beschreiben, den ein Unternehmen auf den Besucher macht, der zum ersten Mal das Firmengelände sieht oder betritt. "Mithin ein Wettbewerbsfaktor", sagt Landschaftsarchitektin Jo Agnes Nickels, die in Flensburg mit ihrem Büro AUSSENRAUM Unternehmen in der Freiraumplanung berät.
 Schon mit einfachen Mitteln könne brachliegendes Kapital genutzt werden. Während Außenanlagen meist unter praktischen Gesichtspunkten gesehen werden und lediglich als Zufahrt, Parkplatz oder Lagerflächen dienen, vertritt Nickels eine andere Sicht.
 Über die gezielte Gestaltung ließen sich weitere Funktionen erschließen. Kunden erwarten über den praktischen Nutzen hinaus im Umfeld des Unternehmens ein direktes Angebot: "Kunden wollen gucken können, ohne Verpflichtungen einzugehen", so Planerin Nickels. "Durch einen interessanten äußeren Auftritt eines Betriebes kann der Besuch zum Einkaufserlebnis werden." Und nicht zuletzt habe eine gute Außenwirkung positive Effekte auf das Betriebsklima, gibt sich Nickels überzeugt.
 Das Problem sei, dass Außenbereiche häufig bei der Planung von Firmenanlagen erst sehr spät einbezogen werden und nicht selten am Ende der Bauphase, wenn die Mittel bereits erschöpft sind, angegangen werden. Nickels plädiert dafür, nicht unbedingt mehr finanzielle Mittel zu verwenden, sondern das Vorhandene vor allem anders einzusetzen.«